By: admin
Trends
Serielle und modulare Ansätze sollen den Neubau in Deutschland attraktiver, praktikabler und schneller machen. Doch wie viele Prefab-Elemente sind bereits Realität bei Baumaterialien und Gebäudetechnik? Eine aktuelle Untersuchung zeigt die Potenziale und Zukunftsperspektiven des vorgefertigten Bauens auf und beleuchtet die wichtigsten Fertigteilbau-Trends.
Der Fertigteilbau ist in Deutschland durch die Fertighausbranche als Marktsegment im Hochbau schon lange bekannt. Doch Elemente der Vorfertigung wie Bauelemente und Komponenten werden auch bei „konventionellen“ Bauprojekten immer wichtiger und ergänzen bzw. ersetzen die traditionelle Vor-Ort-Errichtung auf der Baustelle zunehmend. Die moderne Prefab-Bauweise bzw. die Vorfertigung von Bau- und Installationselementen oder -systemen ist ein komplexer Prozess, bei dem die einzelnen Produkte in einer Fabrik oder Werkstatt zu Elementen zusammengefügt werden, bevor sie zur Baustelle transportiert und dort verarbeitet werden.
Doch „Prefab“ ist natürlich ein sehr weit gefasster Begriff. So gilt es zwischen Fertigteilbau im Rohbaustadium, Paneelsystemen und Modularbauten zu unterscheiden. Im Ausbau- und Installationssektor spielen in ganz unterschiedlichen Bereichen vorgefertigte Systeme, Anwendungen und Komponenten ebenfalls eine immer größere Rolle. Die Studie Prefab-Monitor untersucht die Perspektiven von vier zentralen Zielgruppen der Bauwirtschaft: Architekturbüros, Bauunternehmen, Elektro- und SHK-Installationsfirmen.
Serielles Bauen und Prefab: zuletzt gehemmt von der Methode „Nummer sicher“
Gemessen am Projektvolumen der verschiedenen Berufsgruppen gehören Elemente von Prefab zum Standard. In den Installationsgewerken betreffen vormontierte Produktlösungen in Fertigbauweise konstant ein Drittel der Projekte. Dieser Anteil spiegelt mehr oder weniger den Stand der Gebäudetechnik wider und lässt daher auch in letzter Zeit kaum Anzeichen von Schwankungen erkennen.
Anders im Rohbau: Bei Architekturbüros und Bauunternehmen ist die Verwendung von Prefab enger mit der Entwicklung der allgemeinen Baunachfrage verknüpft. Es gibt Anzeichen, dass die Krise der letzten beiden Jahre dazu geführt hat, dass mehr Projekte auch der Bauweise auf „Nummer sicher gehen“ wollten und beim „Bekannten und Bewährten“, sprich: traditionellem Massivbau, geblieben sind. Insbesondere bei den Bauunternehmen gingen die Prefab-Projekte anteilig zurück.
Vorsichtige Zukunftserwartungen könnten dank weniger Bürokratie übertroffen werden
Die Zukunftserwartungen sind vorsichtig optimistisch. Vor allem die einfachen Rohbau-Prefab-Elemente dürften weiter dominieren. Aus Sicht der Planer haben aber auch modulare Lösungen eine mittelfristig gute Perspektive. Dazu kommen die Chancen für bundesweit einheitlichere und einfachere Regulierung für serielle Baugenehmigungen. Sollte die Bundesbauministerin es schaffen, ihren ehrgeizigen Bau-Turbo-Plan vor der Sommerpause erfolgreich zu verabschieden, könnten die Karten für serielle Projektgenehmigungen neu gemischt werden und womöglich wesentlich mehr Prefab-Einsatz ermöglichen als aktuell von der Branche erwartet.
Der Grund ist simpel: Prefab ermöglicht schnelleres Bauen
Zu den wichtigsten Vorteilen von Prefab gehört aus Sicht von Planern und Verarbeitern übereinstimmend vor allem die schnellere Geschwindigkeit bei der Projektdurchführung. Neben diesem allerdings sehr gewichtigen Vorteil in Zeiten der rückläufigen Fertigstellungsraten verblassen die übrigen z. T. wahrgenommenen Vorteile wie Effizienzsteigerung oder Kosteneinsparung (Letzteres sicher auch, weil es keineswegs als Konsens gilt, dass Prefab-Nutzung am Ende wirklich kostengünstiger ist als konventionelle Baumethoden). Als Vorteil wird nicht zuletzt der Einsatz von Prefab in Bausituationen mit hoher Wiederholungshäufigkeit – etwa im Mehrfamilienhausbau – gesehen.
Über die Untersuchung
Die praktische Anwendung und Präsenz von vorgefertigten Bauelementen (Prefab) in der deutschen Baubranche werden auf Basis von insgesamt 500 repräsentativen Umfrageergebnisse aus telefonischen Interviews mit Architekturbüros, Bauunternehmen, Elektro- sowie SHK-Installationsfirmen in Deutschland im Prefab-Monitor 2025 dargelegt. Auf einer breiten Datenbasis enthält der Bericht ausführliche Informationen zum Stand und Potenzial der Prefab-Marktdurchdringung in der Baubranche:
- Prefab – Verbreitung, Nutzung und Prognosen
- Prefab – Chancen und Hindernisse
- Prefab – Projektgrößen und geeignete Gebäudesegmente
- Prefab: Decision-Making-Unit (DMU)
- Prefab: Materialanwendungen und Bezugsquellen
- Prefab– Zusammenarbeit mit Herstellern
- Prefab – Trends und Einstellungen
Der aktuelle Prefab.Monitor 2025 von BauInfoConsult zum deutschen Markt kann für 1.250 € zzgl. MwSt. bei BauInfoConsult bezogen werden. Dort erhalten Interessierte auch Informationen über ausführliche Studien zum europäischen Markt, die zum Thema Prefab verfügbar sind.
Über BauInfoConsult
BauInfoConsult ist ein auf die Bau-, Installations- und Immobilienbranche spezialisiertes Unternehmen. Wir analysieren laufend Marktdaten und Informationen zur deutschen Baubranche und erstellen auf Grundlage eigener Markterhebungen Analysen und Prognosen zu aktuellen Bautrends und Entwicklungen, die als Grundlage für Ihre marktrelevanten Entscheidungen herangezogen werden können.
