Home » Nachrichten » IoT am Bau – Vorteile, Potenzial und Herausforderungen

IoT am Bau – Vorteile, Potenzial und Herausforderungen

Das IoT (Internet of Things – Internet der Dinge) ist in aller Munde. In der Regel kennt man es in Form von smarten Kühlschränken und selbstregulierenden Heizungen. Aber auch am Bau ist das IoT ein zukunftsweisendes Thema mit sehr viel Potenzial, dem Beachtung geschenkt werden sollte. Gerade im Bereich der Sicherheit offenbart das IoT viele seiner Stärken. Im folgenden Beitrag wird näher darauf eingegangen, wie das IoT auf der Baustelle zielgerichtet zum Vorteil aller Beteiligten eingesetzt werden kann. Ein Gastbeitrag von Walther Fürthauer, PASit software GmbH.

In welchen Bereichen kleiner und großer Baustellen ist der Einsatz des IoT sinnvoll?
Das Internet of Things ist ein Netz an Maschinen und Geräten, die alle online sind und miteinander kommunizieren. Sensoren messen unterschiedliche Faktoren und übertragen Daten in Echtzeit zu einer zentralen Stelle. Diese Daten können ausgewertet und anschließend zur Prozessoptimierung herangezogen werden.

Die Digitalisierung der Baustelle und das Einbinden der IoT gilt als einer der Megatrends am Bau. Möchte man die Vorteile des IoT auf der Baustelle nutzen, so eignen sich diverse Bereiche besonders bzw. versprechen manche Innovationen eine maßgebliche Verbesserung an folgenden Fronten:

  • Ressourcenmanagement & Effizienz
  • Baustellensicherheit
  • Dokumentation & Berichterstattung

Im Folgenden gehen wir genauer auf diese Faktoren ein.

Ressourcenmanagement & Effizienz
Ressourcen – hiermit sind Zeit, Geld und Personal genauso gemeint wie Baustoffe, Maschinen, Treibstoffe und Lagerplatz – sind endlich. Es gilt, diese menschlichen, zeitlichen und materiellen Faktoren sinnvoll miteinander in Einklang zu bringen. Werden diese nicht effizient koordiniert, so entstehen Leerläufe und Leerfahrten, lange Wartezeiten, Platzprobleme, Materialknappheit bzw. -überschüsse sowie Missverständnisse.

Mit den Sensoren, die an Mensch, Maschine und Material geknüpft und mit dem Internet verbunden sind, lassen sie sich dementsprechend einfach lokalisieren und aufeinander abstimmen. Wenn eine Fachkraft vor Ort ankommt und das für eine Arbeit benötigte Gerät oder Fahrzeug erst in anderen Stockwerken des Rohbaus oder in einem Außenlager holen muss, dann verschwendet das wertvolle Zeit und somit auch Geld.

  • Solche Verzögerungen verlangen meist nach weiteren Aufschüben in anderen Bereichen, Bauphasen Eine Baustelle ist ein Ablauf verschiedener Phasen – verzögert sich eine Arbeit, kann die nächste auch erst später verrichtet werden.

Ein weiterer Vorteil des IoT am Bau wäre die Möglichkeit der Nachverfolgung der Einsätze von Geräten. Wann wurden sie das letzte Mal geladen oder getankt und wie lange wurde die Maschine für diverse Arbeiten eingesetzt? Sollten Reparaturen nötig sein, dann kann nachverfolgt werden, wie bzw. wann ein Schaden zustande kam.

Auch angebliche Leerlaufzeiten wegen beispielsweise Schlechtwetter können leicht überprüft werden. Zudem lohnt sich Diebstahl nicht, denn die Sensoren melden, wenn ein Gerät in Betrieb genommen wird – unabhängig von deren Standort oder (abgefeilter) Seriennummer.

Das Abgleichen von Betriebszeiten von Geräten mit Arbeitsstunden sorgt für Transparenz und Planungssicherheit. Bauherren bzw. Projektleiter können Kosten genauer berechnen, Dienstpläne effizienter gestalten und Materialien besser einkalkulieren.

Baustellensicherheit
Wearables, also am Körper oder Kopf getragene Computer, gehören ebenfalls zum IoT. Sie können körperbezogene Daten messen und verarbeiten bzw. weiterschicken. Zu den messbaren Faktoren gehören beispielsweise der Puls, der Standort von Mitarbeitern und diverse zurückgelegte Distanzen.

  • Einerseits können Pausen nachverfolgt Machen Mitarbeiter die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen, oder arbeiten sie durch, stärken sich nur nebenbei bzw. gar nicht und riskieren so beispielsweise Unachtsamkeit bzw. Müdigkeit am Hochbau?
  • Andererseits können Wege überprüft werden, die von Bauarbeitern genommen werden. Werden mit der Absicht Zeit zu sparen etwa Risiken in Kauf genommen? Umwege oder Abkürzungen können so bewiesen bzw. angesprochen werden.

Dokumentation und Rekonstruktion
Durch ein ständiges Sammeln von Informationen kann der Bauablauf einfach rekonstruiert werden. Durch die Sensoren, die Infos sammeln und schicken, weiß man immer und überall, wer welche Arbeit womit verrichtet hat.

Voraussetzung dafür ist eine komplett digitale Baustelle. Eine von der Bauplanung bis zur Projektübergabe digitalisierte Baustelle wird in all ihren Phasen über eine zentrale, digitale Softwarelösung abgewickelt. Diese Programme werden auf Computern und Smartphones installiert, die von Fachkräften, Architekten und Projektleitern verwendet werden.

  • Alle zum Bauvorhaben bzw. Baufortschritt verfügbaren Daten werden in das Programm eingespeist und stehen somit allen Verantwortlichen ort- und zeitunabhängig zur Verfügung.
  • Die primäre Herausforderung ist, dass alle involvierten Parteien dies auch konsequent umsetzen.

So können beispielsweise Baumängel bzw. deren Ursprung genau analysiert werden. Bauunternehmen können ihre Schuld oder Unschuld am Mangel beweisen und bestimmen, welche beteiligte Instanz – Mensch oder Maschine – den Fehler verursacht hat.

Fazit
Die digitale Baustelle und das IoT gehören zu den größten Trends der Baubranche. Sie komplettieren sich gegenseitig und liefern – wenn sinnvoll umgesetzt – hervorragende Ergebnisse in Sachen Qualität und Effizienz. Nur mit einer zentralen Softwarelösung können die von Mensch, Maschine und Material gesammelten Daten sinnvoll strukturiert und weiterverarbeitet werden. Schafft man dies, so spart man auf Baustellen Zeit, Geld und Energie.

Über den Autor: Walter Fürthauer
Der Gastautor, der im Artikel sein Expertenwissen teilt, ist Bmstr. Walter Fürthauer – Baumeister, gelernter Maurer und Leiter von Hoch-, Wohn- und Betriebsbauten, der die Herausforderungen am Bau genau kennt. Seine Vision vom vernetzten Bau erhielt durch die fortschreitende Digitalisierung so richtig Aufwind und so hat er sein gesamtes Know-how in BauMaster® gesteckt – eine Bauprojektmanagement-Software, die alle Bedürfnisse von Bauverantwortlichen, von der Bauplanung bis hin zur Objektübergabe, stets erfüllt.