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Bauland-Engpass: der heimliche Neubau-Hemmschuh Nummer eins

15 Sep

By: Alexander Faust

Immobilienmarkt

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Über den schleppenden Verlauf der Entwicklung im Neubau wird viel geredet – und so gut wie alles davon ist leider wahr: Das gilt für die Kritik an den zu langen Prozessen der Baubürokratie genauso wie für den Mangel an verlässlicher und konstanter Förderung und die zu teuren Bauprozesse. Doch ein weiteres bekanntes Problem kommt manchmal zu kurz: Der Verkauf an Bauplätzen verläuft nicht nur deshalb so schleppend, weil die Quadratmeterpreise so hoch sind – sondern sie sind vor allem deshalb so hoch, weil das Bauland-Angebot so stark verknappt ist. Dieser bekannte Bauchgefühls-Befund wird durch BBSR-Analysen zu den aktuellen deutschlandweiten Daten der Gutachterausschüsse erhärtet.  

Der Artikel kurz zusammengefasst
De Verkauf der Bauplätze ist 2024 zwar gestiegen, doch das Angebot liegt unterhalb der Hälfte des Niveaus der 2010er Jahre. Durch die Verknappung leidet besonders das Mehrfamilienhaussegment. Die steigenden Kosten für Grundstücke und ihre Bebauung erhöhen auch die Kosten für Eigentumswohnungen. Das zeigt eine Analyse der notariell beglaubigten Kaufverträge in Deutschland durch das BBSR.

Der Immobilienmarkt zeigte 2024 unterm Strich leichte Erholung …

Die amtlichen Gutachterausschüsse für Grundstückswertermittlung und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben Daten zum bundesweiten Immobilienmarkt 2024 zusammengetragen und analysiert. Dabei bestätigte sich weitgehned das Bild, das zuvor auch andere Akteure der Immobilienbranche vom Markt gezeichnet haben: Nach der Kurskorrektur der Vorjahre gab es 2024 wieder leicht steigende Umsatz- und Transaktionszahlen, wenn auch keineswegs flächendeckend.

… doch ohne Bauland keinen Neubau

Doch während die Gebrauchsimmobiliensparte zumindest wieder durchatmen kann, gibt es für den Neubau weiter wenig zu lachen: Der Engpass beginnt bereits beim Bauland, wie die Analysen zeigen. Der Verkauf von Bauplätzen für Eigenheime stieg 2024 um 6 Prozent auf bundesweit 46.200 Einheiten, liegt damit laut BBSR aber weiterhin bei unter der Hälfte des Niveaus der 2010er-Jahre.

Auffällig ist die Verknappung bei Grundstücken für Mehrfamilienhäuser: Die Zahl der Transaktionen lag in den frühen 2010er-Jahren noch bei jährlich rund 6.000 – im Jahr 2024 waren es noch ca. 2.600. Dieser Rückgang (ausgerechnet in der für die benötigte Wohnraumverdichtung so zentrale Gebäudekategorie) spiegelt die Verknappung der Bauplatz-Grundlage wider, die sich ihrerseits in steigenden Baulands-Verkaufspreisen niederschlägt.

Die Bodenpreise in Großstädten stiegen 2024 laut BBSR im Schnitt um rund 9 Prozent auf durchschnittlich 930 Euro/m². Zusammen mit den Baukosten wird der Neubau durch die steigenden Baulandpreise verteuert und wirkt sich entsprechend auch auf die Mieten für Wohnungen aus.

Im Eigentumswohnungsbereich zeigen die Daten laut BBSR zudem einen auffälligen Unterschied zwischen Bestand und neu gebauten Objekten: Anders als die Gebrauchtimmobilien haben sich die Neubauwohnungen nach 2022 preislich nicht beruhigt. Die hohen Baulandpreise schlagen sich vielmehr direkt in den Preisen für neue Eigentumswohnungen nieder.

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