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Solarstrom wird von immer mehr Haushalten und Unternehmen genutzt

Erst war Deutschland Vorreiter beim Solarstrom (lang, lang ist’s her) – dann erlitt die deutsche Solarbranche Schiffbruch, nicht zuletzt aufgrund der schwarz-gelben Koalitionsjahre von 2009 bis 2013, in denen die Förderung im EEG ruppig zusammengestutzt wurde. Seit dem Markteinbruch hat sich zumindest die Nachfrage erholt und die Erwartungen sind hoch– schon vor dem Hintergrund der nach wie vor mit Spannung erwarteten solarfreundlicheren Neugestaltung der politischen Rahmenbedingungen. Aktuelle Daten zeigen, dass mittlerweile 2,2 Millionen PV-Anlagen auf (privaten und gewerblichen) Dächern und Grundstücken installiert sind (Stand: März 2022). Das entspricht einer Nennleistung von 58.400 Megawatt – und damit 38,3 Prozent mehr als noch im Januar 2018, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Auch die Stromeinspeisung durch Photovoltaik-Strom ist wesentlich höher als zu Beginn der (erst spät eingeführten) statistischen Messungen 2018: Mit 8,8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonnenlicht, die in den ersten drei Monaten von 2022 ins deutsche Netz eingespeist wurden, lag die Solar-Netzeinspeisung um 64,3 Prozent über der Leistung im ersten gemessenen Quartal 2018 und war auch um 34,7 Prozent höher als im ersten Quartal 2021. Der Anteil der Photovoltaik an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland lag im ersten Quartal 2022 bei 6,3 Prozent (vier Jahre zuvor war er noch bei 3,5 Prozent gelegen).

Solardächer bringen den Haushalten ca. 2.088 Euro Einnahmen im Jahr …
Die Attraktivität von Solarstrom für die Nutzer hat dabei wohl nicht nur mit der energetischen Seite zu tun, sondern nach wie vor insbesondere mit den Einnahmen der privaten Anlagenbetreiber aus dem Stromverkauf des erzeugten Stroms auf dem Dach: Laut der letzten statistischen Messung hatten 2020 etwa 1,4 Millionen private Haushalte Einnahmen aus der Solarstromeinspeisung ins Netz – und zwar durchschnittlich 174 Euro im Monat.

… doch das sind 39 Prozent weniger als noch vor acht Jahren
Gegenüber dem ersten Jahr, in dem diese Einnahmen statistisch erfasst worden sind, also 2014, waren das fast 30 Prozent mehr Haushalte. Die durchschnittlichen Einnahmen lagen damals aber um 39 Prozent höher (bei 285 Euro pro Haushalt und Monat). Der Grund für den Rückgang liegt auf der Hand: Im Vergleich zu 2014 sind die Einspeisevergütungen für neu installierte PV-Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) deutlich gesunken: Sie liegen bei weniger als 7 Cent pro Kilowattstunde.

Man muss wahrlich kein Solarstrom-Lobbyist sein, um zu dem folgenden naheliegenden Schluss zu kommen: Wenn die Regierung ihre Erneuerbare-Energien-Ziele bis 2030 erreichen will, ergibt es schlicht Sinn, eine deutliche Erhöhung der EEG-Umlage ins Auge zu fassen.-

Unternehmensumsätze mit Photovoltaik ziehen an
Einen eindeutigen Hinweis darauf, dass auch die Unternehmen durch PV-Produkte und Dienstleistungen (wie z. B. eben die Installation) immer mehr erwirtschaften, zeigt die Erhebung der Umsätze mit Photovoltaikanlagen und Komponenten. Sie lag 2020 bei insgesamt 3,5 Milliarden Euro im In- und Ausland (wohin immerhin 42 Prozent des deutschen PV-Umsatzes flossen). 2016 betrugen die Umsätze der deutschen PV-Branche mit Solarprodukten und -dienstleistungen noch 39 Prozent weniger (etwa 2,5 Milliarden Euro).