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Sind die Deutschen tatsächlich Smart Home-Müde? Aktuelle Markdaten deuten auf das Gegenteil hin.

Kurz vor Weihnachten tauchten in der Presse einige Meldungen auf, die mit der Aussage aufwarteten, dass die Hälfte aller Bundesbürger kein Interesse an Smart Home hätten. Dies ist jedoch verwunderlich, da andere Studienergebnisse eher darauf hindeuten,  dass sowohl die aktuelle Nutzung bzw. das Thema rund um die intelligent vernetzten eigenen vier Wände bei vielen Verbrauchern doch auf ein gesteigertes Interesse stößt. Um hier einen besseren Überblick im Smart-Home-Markdatendschungel zu schaffen, haben wir uns dazu entschlossen, einmal die aktuelle Datenlage beim Thema Smart Home für unsere Abonnenten abzuklopfen.

Eine Studie unter Verbrauchern kam im Dezember zum Ergebnis, dass die Hälfte aller Deutschen kein Interesse an Smart Home und nur lediglich 12 Prozent der befragten Verbraucher sich vorstellen könnten überhaupt Smart Home-Produkte und -Dienste zu nutzen. Dieses eher ernüchternde Ergebnis der von der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. in Auftrag gegebene Studie hängt jedoch größtenteils mit der Problematik zusammen, wie Smart Home definiert wird. Analysiert man Markdaten aus anderen Studien, fällt als erstes auf, dass die Verbraucher je nach Definition unter Smart Home verschiedene Dinge verstehen, was zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den Untersuchungen führen kann.

Dies ist auch in der eingangs erwähnten Studie so. Hier wurden den Befragten Smart Home wie folgt vordefiniert: „Smart Home bezeichnet man einen Haushalt, in dem Haushalts- und Multimedia-Geräte vernetzt und zentral ferngesteuert werden können. Gleichzeitig können bestimmte Abläufe im Wohnumfeld, die für Komfort, Sicherheit und zur Steuerung des Energieverbrauchs dienen sollen, automatisiert werden.“ Besonders der erste Satz ist hier von Relevanz, da er bei den Befragten wohl vor allem ein Bild von vernetzten TV-Geräten oder smarten Kühlschränken wecken dürfte – insbesondere durch die Betonung auf Haushalt. Durch diesen (Teil-)Fokus auf smarte Haushalts- und Entertainmentgeräte wird das Ergebnis – sprich: 49 Prozent Desinteresse bei den Bundesbürgern – klarer, denn nicht jeder braucht vernetzte Endgeräte.

Da Smart Home jedoch viel mehr ist – wie schon das Wort an sich zeigt –, sollte auch der Bau- und Wohnungsfokus stärker betont werden. Schließlich geht es dabei oftmals eher darum, seine eigenen vier Wände intelligenter zu machen und nicht nur darum die Endgeräte miteinander kommunizieren zu lassen. Und tatsächlich beginnen sich die Markdaten bei Thema Smart Home ins „Positive“ zu drehen, wenn der bauliche Fokus mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. So geht eine breit angelegte Studie von Deloitte davon aus, dass 16 Prozent der Deutschen bereits schon Smart Home-Lösungen nutzen. Auch aktuelle Markdaten von BauInfoConsult kommen zu ähnlichen Ergebnissen, wie unsere Abonnenten im Folgenden sehen können.

Im Abonnententeil:
– Einbau von Smart Home Komponenten im Neubau
– Smart Home Marktanteile im Bestandsbau

Neben der eingangs ausführlich beschriebenen Konsumentenanalyse lohnt auch ein kurzer Blick auf die Meinung der Planer zu Smart Home, um das Bild zu vervollständigen – immerhin planen Architekten mittlerweile auch bei einigen Neubauprojekten solche Systeme ein. So berichten die von BauInfoConsult befragten Architekten davon, dass im Schnitt bei 10,9 Prozent ihrer eigenen Wohnungsbauprojekte Smart Home-Komponenten mit eingeplant wurden – zumindest gilt dies für ihre in 2018 umgesetzten Bauvorhaben.

Hier deutet sich schon an, dass das aktuelle Nutzerpotenzial von Smart Home über der vom Bundesverband der Verbraucherzentrale veröffentlichten 4 Prozent Smart Home-Usern liegen dürfte – zumindest unter den Bewohnern von Neubauten. Doch auch im Bestand ist Smart Home ein Thema, wie unsere aktuelle Modernisierungsstudie zeigt. So gaben 15 Prozent der 513 befragten Verbraucher an, die Modernisierungsmaßnahmen von über 1.000 Euro in den eigenen vier Wänden vorgenommen haben, in Smart Home-Systeme investiert zu haben (mehr zur neuen Modernisierungsstudie finden Sie hier).

Somit dürfte das tatsächliche Nutzerpotenzial sowie die Bereitschaft zukünftig die Wohnung smarter zu gestallten deutlich höher sein, als die anfangs erwähnte Studie der Verbraucherzentrale dies suggeriert.

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Publiziert im Januar 2020