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Mängel, Schäden und Fehlerkosten: Welche Arbeitsschritte sind am Bau besonders betroffen?

„Nobody is perfect“ – Fehler passieren. Auch am Bau können Mängel und Schäden an vielen Stellen auftreten. Auffällig ist allerdings, dass sich seit Jahren die Mängel bei bestimmten Bauteilen und Arbeitsschritten ballen und zwar ausgerechnet bei Schritten, die sich besonders kostenintensiv auswirken. Das zeigt die jüngste Untersuchung zu den häufigsten Baumängel- und Fehlerkostenursachen im Eigenheimbereich, die das Institut für Bauforschung e. V. gemeinsam mit dem Bauherren-Schutzbund e.V. vorgelegt hat.

In der mittlerweile vierten Untersuchung zur Bauqualität beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern wurden die Dokumentationen von 100 Bauvorhaben aus dem Jahr 2019 ausgewertet. Insgesamt ca. 700 Daten aus Baustellenbegehungen (d. h. durchschnittlich 7 Begehungen pro Bauvorhaben) lagen dem Institut vor. ausgewertet.

Die gute Nachricht: Die Anzahl gegenüber 2015 leicht zurückgegangen. mit durchschnittlich 23,5 Mängeln je Bauvorhaben ist leicht zurückgegangen. Allerdings sprechen durchschnittlich 22,6 Mängel pro Bauvorhaben auch im Jahr 2019 immer noch eine recht deutliche Sprache.

Die Top bzw. eher Flop 5 der Mängel wurden vor allem im Bereich Innenputz/Estrich/Innenausbau festgestellt, gefolgt von den Bereichen Rohbau/Statik/Dachkonstruktion, Wärmedämmung / Schallschutz/Brandschutz sowie im Bereich Gebäudeabdichtung/Perimeterdämmung. Auf diese vier Bereiche allein entfielen mehr als die Hälfte der dokumentierten Mängel. Doch auch die Planung bekommt ihr Fett ab: Fehler bei Berechnungen und Konzepten waren ebenfalls für jeden zehnten Mangel am Bauwerk zuständig.

Besonders problematisch ist nach Einschätzung der Studienautoren, dass die häufigsten Schäden auch besonders kostenintensiv in der Schadenbeseitigung sind. Gegenüber den Vorjahren steigen die Pannen und Mängel vor allem bei Bereichen bzw. Gewerke am Gebäude, deren Planung und Ausführung an Komplexität zugenommen haben (z. B. Dämmung oder Fenster-/Türen) – dadurch steigt das Kostenrisiko für Bauherren insgesamt natürlich weiter.

Das wird vor allem im Hinblick auf die Tendenzen bei den gemeldeten Schadensfällen deutlich: Laut dem jüngsten Bauschadenbericht Hochbau der Versicherung VHV wurden 2019 und 2020 im Hochbau vor allem Haftpflichtschadensfälle gemeldet, die im Bereich der Baukonstruktion und im Zusammenhang mit Feuchteschäden lagen – besonders kostenintensive Baumängel