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Katerstimmung auf dem Wirtschaftsimmobilienmarkt?

Der Markt für Wirtschaftsimmobilien wurde 2021 wie schon im Vorjahr von den Folgen der Coronakrise kräftig durcheinandergewirbelt: In den Innenstädten mussten viele Einzelhändler sogar an vormals vermeintlichen „Selbstläufer“-Standorten schließen, auch die zuvor boomende Reise- und Hotelbranche lag am Boden und führte zu Verkäufen und Schließungen, mit denen noch zwei Jahre kaum jemand gerechnet hätte. Grundsätzlich zwingt die auch 2022 durch Ukrainekrieg, Inflation und Gaskrise weiterhin völlig unvorhersehbare makroökonomische Lage auch die Immobilienbranche zu einem Umdenken: Eine Rallye von Märchenpreisanstieg zu Märchenpreisanstieg wie in den Zehnerjahren wird langfristig nicht mehr zu halten sein.

Stabilität und mieterorientiertes Management von Gewerbeimmobilien sollte für die Betreiber von Büro- oder Einzelhandelsportfolios jn dieser Situation einen höheren Stellenwert haben als kurzfristige Gewinnsteigerungen, wie Markus Reinert, CEO des Property Management-Spezialisten IC Immobilien seinen Branchenkollegen in seinem aktuellen Statement zum Frühjahrsgutachten riet.

Bei den verschiedenen Assetklassen war die Entwicklung 2021 jedenfalls noch unterschiedlich: Bei den Büroimmobilien stiegen die Investments um immerhin 10,8 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro (. Bei Lager- und Logistikimmobilien –dem angesagten Boomsegment im coronageprägten Onlinehandels-Zeitalter stiegen die Investments im selben Zeitraum um 39,2 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, während die Einzelhandelsimmobilien ebenso erwartbar um ein Fünftel zusammenschrumpften und die Hotelimmobilien unterm Strich immerhin stabil blieben.

Immerhin sind 2021 die monatlichen Spitzenmieten für Handelsflächen in den Top 7-Lagen weiter erzielt worden. Allerdings deuten Auswertungen der COMFORT Research and Consulting daraufhin, dass sich die Retail-Spitzenmieten nur in Düsseldorf und Frankfurt am Main weiter auf Top-Niveau bewegen werden, während Köln und Hamburg klare Abwärtstendenzen zeigen. In den übrigen drei Top-Städten scheinen die Spitzenmieten zu stagnieren.