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Gewerblicher Bau vor allem im Raum Mitte-West am besten für schwierige Zeiten gewappnet?

Im Jahr 2019 war die Welt (zumindest aus virologischer Sicht) noch weitgehend in Ordnung. Das gilt auch für das ordentliche Bauvolumen, dass im Gesamtjahr erwirtschaftet werden konnte (nominal 427,3 Milliarden Euro). Betrachtet man das Ergebnis der jüngsten BBSR-Analyse zum Bauvolumen für 2019 aber im Hinblick auf die spätere Entwicklung in der Krise bis heute, ist vor allem die regionale Aufschlüsselung des Bauvolumens aufschlussreich: So mussten insbesondere Teile der ostdeutschen Bauwirtschaft der Krise mit weniger guten Voraussetzungen entgegentreten. Auch nach Bausektoren betrachtet, stärkten die Investitionen aus 2019 den einzelnen Bauregionen unterschiedlich stark den Rücken.   

Die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumordnung (BBSR) vom DIW Berlin maßgeblich durchgeführte regionale Bauvolumenberechnung zeigt, dass 2019 alle deutschen Großregionen mit kräftigen Zuwächsen ins Jahr 2020 gingen. Nordrhein-Westfalen (+9,3 Prozent), das damit das etwas flauere Ergebnis von 2018 hinter sich ließ, und die nordwestlichen Länder (+9,0 Prozent) erzielten besonders deutliche Zuwächse.

Der gewerbliche Hochbau, der in den meisten Regionen mehr oder weniger als ein Fünftel des Bauvolumens ausmacht, dürfte bereits im für gewerbliche Bauinvestitionen eher ungünstigen Corona-Jahr 2020 und noch mehr im laufenden Jahr 2021 deutlich schwächer ausgefallen sein als im Jahr 2019. Regionen wie Mitte-West und Nord-Ost, für die die besonders hohen Wachstumsraten in diesem Sektor 2019 für ein gutes Investitionspolster gesorgt haben, kommen in diesem Segment aktuell womöglich etwas besser weg. Im gewerblichen Tiefbau, wo in 2020 und 2021 auch nicht gerade flächendeckend mit mehr Investitionsfreude gerechnet werden kann, kann sich wohl vor allem der nördliche und mittlere Osten am wenigsten entspannt zurücklehnen.    

 

Was die tatsächliche Größe der einzelnen regionalen Bauvolumen in Euro betrifft, so gibt die süddeutsche Bauwirtschaft (sprich: Bayern und Baden-Württemberg) mit 146,4 Milliarden Euro (bzw. 34,2 Prozent des gesamtdeutschen Volumens) den Ton an – gefolgt vom bevölkerungsreichsten Land NRW mit 76,9 Milliarden Euro (18,6 Prozent) sowie der Region Nord-West (gemeint sind hiermit Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen) mit 66,6 Milliarden Euro (bzw. 15,6 Prozent Anteil).