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BIP bricht in 2019 nicht ein: der Bauwirtschaft sei Dank

Die deutsche Wirtschaft ist in 2019 knapp an einer ausgewachsenen Rezession vorbeigeschrappt. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt in 2019 um 0,6 Punkte. Zwar ist dieses Mini-Wachstum eher als Stagnation zu werten, doch immerhin ist es kein Absturz der Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr – den einige Ökonomen noch zur Jahresmitte 2019 orakelt hatten. Zwei Säulen trugen insbesondere dazu bei, dass die Wirtschaft im vergangen Jahr soeben mit einem blauen Auge davongekommen ist: der private Konsum und der heimische Bau. 

Verglichen mit dem Vorjahr ist das preisbereinigte Bruttoinlandprodukt in 2019 lediglich um 0,6 Prozent gestiegen. Damit hat sich das Wachstum der heimischen Wirtschaft deutlich verlangsamt – was jedoch schon seit Jahresbeginn abzusehen war. Noch in den vergangenen 5 Jahren lag die jährliche Wachstumsrate merklich höher (zwischen 1,5 und 2,2 Prozent). Doch immerhin ist der von einigen Ökonomen befürchtete drastische Abschwung in 2019 ausgeblieben. Ein dramatisches Schrumpfen der deutschen Wirtschaftsleistung wie noch im Krisenjahr 2009 (-5,7 Prozent) dürfte höchstwahrscheinlich abgewendet sein, da viele Experten mittlerweile davon ausgehen, dass ein BIP-Wachstum von etwa 1,0 bis 1,4 Prozent in 2020 möglich ist.

Doch stellt sich die Frage, welche Wirtschaftsbereiche und Branchen in 2019 besonders gut performten und welche deutlich ins Straucheln geraten waren. Als große Konjunkturstütze zeichneten sich in 2019 insbesondere der private Konsum sowie die Bauwirtschaft aus. So stiegen die privaten Konsumausgabe in 2019 um 1,6 Prozent, während die Investitionen in Bauten im selben Zeitraum sogar um 3,8 Prozent zulegen konnten – größtenteils immer noch befeuert durch die Niedrigzinspolitik auf den Finanzmärkten.

Als den großen Verlierer in 2019 kann man besonders die exportorientierte deutsche Industrie hervorheben – vor allem die Schwierigkeiten der heimischen Automobilbranche hatten einen merklichen Anteil an der schlechten Leistung des industriellen Sektors. Aber auch andere Branchen des produzierenden Gewerbes dürften das 2019er Jahresende wohl mit ordentlichen Kopfschmerzen herbeigesehnt haben.

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Publiziert im Januar 2020