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Bauvolumen im Nichtwohnungsbau: Neubauleistung nahm 2018 zu

Der Nichtwohnungsbau konnte sein Bauvolumen in 2018 merklich ausweiten. Insgesamt wurden laut DIW-Berechnungen 101,4 Milliarden Euro in den gesamten Nichtwohnungsbau investiert. Dies entsprach einem kräftigen Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis. Dabei wiesen die jeweiligen Bausektoren unterschiedliche Dynamiken aus. So entwickelten sich beispielsweise die wohnähnlichen Gebäude im gewerblichen Hochbau ähnlich stark wie die sonstigen Betriebsgebäude der öffentlichen Hand. Dagegen stagniert das Bauvolumen für Bestandsmaßnahmen im öffentlichen Hochbau in der mittelfristigen Betrachtung. 

Im Abonnententeil:
– Struktur des nominalen Bauvolumens im gewerblichen Hochbau 2018 nach Bausektoren
– Entwicklung des nominalen Bauvolumens im gewerblichen Hochbau 2013 – 2018 nach Bausektoren
– Struktur des nominalen Bauvolumens im öffentlichen Hochbau 2018 nach Bausektoren
– Entwicklung des nominalen Bauvolumens im öffentlichen Hochbau 2013 – 2018 nach Bausektoren

Die in 2018 noch vorherrschende gute Gesamtkonjunktur schlug sich wenig überraschend ebenfalls positiv auf das Bauvolumen im gewerblichen Hochbau nieder. So lag das gesamte gewerbliche Hochbauvolumen mit 81,27 Milliarden Euro um 5,8 Prozent über dem 2017er Ergebnis. Dabei entfielen im Jahr 2018 gut 60 Prozent (=48,95 Milliarden Euro) des gesamten gewerblichen Hochbauvolumens auf Bestandsmaßnahmen.

Dem Neubau von sonstigen Betriebsgebäuden – gemeint sind hiermit z. B. Produktions-, Handels- und Lagergebäude – fielen rund 26 Prozent (=21,32 Milliarden Euro) des gewerblichen Hochbauvolumens zu. Der Neubau von wohnähnlichen Gebäuden – darunter fallen Büro- und Verwaltungsgebäude, Hotels, Gaststätten, Anstaltsgebäude – konnte mit einem Bauvolumen von 10,99 Milliarden Euro gut 14 Prozent des gesamten gewerblichen Hochbauvolumens auf sich vereinen.

Auch die Entwicklung dieser drei Bausektoren ist mittelfristig als positiv zu bezeichnen. Besonders der Neubau wohnähnlicher Betriebsgebäude kann seit dem Jahr 2016 jährliche Bauvolumen-Wachstumsraten von etwa 12 Prozent für sich verbuchen. Der Neubau von sonstigen Betriebsgebäuden konnte zwar nicht ganz so große Zuwächse einfahren, doch auch hier zeigt der Bauvolumentrend seit 2016 kontinuierlich nach oben – mit jährlichen Wachstumsziffern von 5 bis fast 9 Prozent. Zuletzt lag das Wachstum in diesem Segment bei 6,4 Prozent.

Die Entwicklung des Bestandsmaßnahmen-Bauvolumens im gewerblichen Hochbau hat dagegen einen eher unsteten Verlauf genommen: Zwar lag das Wachstum in diesem Segment zwischen 2017 und 2018 wieder bei akzeptablen 4,3 Prozent, doch in 2016 mussten die Bestandsmaßnahmen ein Minus von 2,8 Prozent verkraften – und dies nach einer vorangegangenen Nullrunde in 2015.

Öffentlicher Hochbau
Im öffentlichen Hochbau lag die Neubauquote – gemeint sind hier die Neubauvolumen für wohnähnliche Gebäude und sonstige Betriebsgebäude – bei zusammengenommen etwa 43 Prozent (=8,78 Milliarden Euro). Damit lag der 2018er Neubauanteil von Seite der öffentlichen Hand leicht über der Neubauquote im gewerblichen Hochbau (40 Prozent, siehe oben). Allerdings ist der gesamte öffentliche Hochbau mit einem Bauvolumen von 20,13 Milliarden Euro eher als kleines Segment zu bezeichnen. Für die Sanierung und Modernisierung wies der öffentliche Hochbau in 2018 ein Bauvolumen von 11,35 Milliarden Euro aus – was einem Anteil von 56 Prozent der Gesamtbauleistung in diesem Segment entspricht.

Die Entwicklung der vergangen Jahre in den drei maßgeblichen Bausektoren des öffentlichen Hochbaus nimmt jedoch einen eher asymmetrischen Verlauf an. So stagnierte das Bauvolumen im Bereich des Neubaus von sonstigen Betriebsgebäuden – wozu beispielsweise Gebäude der technischen Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie Polizei und Feuerwehr gehören – zwischen 2013 und 2015. Allerdings verstärkte sich in diesem Sektor die Investitionstätigkeit, so dass die Dynamik ab 2016 merklich zunahm – bis zu einem Bauvolumenzuwachs von 11,6 Prozent zwischen 2017 und 2018.

Beim Neubau von wohnähnlichen Gebäuden waren die Wachstumsimpulse weniger auffällig. Zwar lässt sich auch hier ein positiver Gesamttrend beobachten, allerdings lagen die Zuwachsrate in diesem Bausektor – wozu unter anderem Gebäudetypen wie Krankenhäuser sowie Verwaltungsgebäude zählen – zuletzt bei 3 Prozent.   Allerdings muss angemerkt werden, dass bei einem Bauvolumen von 2,9 Milliarden Euro sowieso von einem Randsegment zu sprechen ist.

Weniger positiv verlief die Entwicklungslinie jedoch bei den Bestandsmaßnahmen. Hier sank das Bauvolumen sogar zwischen 2013 und 2015 um knapp 4 Prozent. Auch wenn sich ab dem Jahr 2016 eine leichte Konsolidierungsphase abzeichnet, ist die Entwicklung aus mittelfristiger Sicht wenig berauschend. Zwar gab es zwischen 2017 und 2018 ein Plus von 2,5 Prozent, allerdings liegt das 2018er Bauvolumen in diesem Sektor mit 11,4 Milliarden Euro gut 1,7 Prozent unter dem Ergebnis von 2013.

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Publiziert im Februar 2020