Home » Nachrichten » Marketing aus Sicht von: Andreas Eichner

Marketing aus Sicht von: Andreas Eichner

Die aktuelle Ausgabe unseres BauInfoConsult Magazins Quartalsperspektiven ist erschienen. Wie immer widmet sich das Magazin aktuellen Bau- und Marketingthemen. Hier finden Sie als Leseprobe einen Gastbeitrag von Andreas Eichner, dem Leiter für den Geschäftsbereich Zentraleuropa beim Smart Home- und Sonnenschutzspezialisten Somfy. Er hat uns verraten, was Marketing für ihn bedeutet und welche besonderen Herausforderungen es für das Marketing und die Marktforschung gerade am Bau gibt.

Was bedeutet Marketing für Sie?

Für mich als Marktforscher beginnt Marketing natürlich damit, sich über die richtige(n) Zielgruppe(n) klar zu werden und zu verstehen, wie diese „ticken“, welchen Mehrwert man ihnen bieten bzw. welchen „Leidensdruck“ man mindern kann. Eine gute Marketingstrategie benötigt dieses Grundwissen: Zum einen für die passende Vermarktung der eigenen Produkte/Leistungen, zum anderen für den Aufbau einer vertrauensvollen Geschäftsbeziehung, die auch mal die ein oder andere Krise überdauert.

Was sind die größten Chancen und Risiken für die kommenden Jahre?

Chancen sehe ich in Zeiten des Information Overload vor allem in Beständigkeit, sprich klaren Markenversprechen und der konsequenten Ausrichtung auf deren Einhaltung. Das trifft insbesondere auch auf die Baubranche zu, die sich vor Aufträgen kaum retten kann und daher nachvollziehbarerweise dazu tendiert, an Bewährtem (Prozesse, Produkte, Partner) festzuhalten.

Umgekehrt wird es vor diesem Hintergrund immer schwieriger, Innovationen zu „pushen“, die nicht sofort einen Mehrwert bringen. Insbesondere viele Verarbeiter wollen nicht unnötig Energie verschwenden. Neue Dinge auszuprobieren oder sich bei Marketingaktionen der Hersteller aktiv einzubringen, kann da schon mal schnell nerven.

Was steht derzeit bei Ihrer eigenen Marketingstrategie im Mittelpunkt und warum?

Idealerweise auf Basis guter Überlegungen das richtige Thema für die Zielgrupp(n) aussuchen und dann über einen längeren Zeitraum mit gut integrierten Kommunikationskonzepten groß machen. Im Zweifel vielleicht eher die Marke aufladen als sich in zu vielen kleinteiligen Aktionen zu verlieren.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung im Marketing und was haben Sie daraus gelernt?

Wie bringt man eine Zielgruppe dazu, eine Kaufentscheidung zu treffen, die eigentlich gar keine Entscheidung treffen will – auch hierfür bietet die Wissenschaft ja Lösungsansätze.

Nennen Sie bitte ein inspirierendes Beispiel für Marketing im Bauwesen außerhalb Ihres eigenen Unternehmens.

Da fällt mir spontan GIRA ein, die seit vielen Jahren ein durchgehend elegantes Markenbild pflegen, das konsequent auf die Zielgruppe (Architekten) ausgerichtet ist.

Was ist Ihr goldener Marketing-Tipp für 2022?

Der Tipp geht auch an mich selbst: Öfter auch einmal darauf schauen, was die Marketing-Wissenschaft macht. Es ist schon erstaunlich, wie wenige der vielen guten neuen Forschungsansätze und Modelle den Weg in die Marketing-Praxis finden.

In der nächsten Ausgabe wird in dieser Rubrik ein anderer Marketingprofi aus der Branche zu Wort kommen. Was möchten Sie ihn oder sie fragen und warum?

Welche Marktentwicklung bzw. Erkenntnis der letzten Jahre würden Sie als echten Game Changer für die Baubranche bezeichnen?

Abschließend noch die „Kollegenfrage“ für Sie mit der Bitte um eine Stellungnahme: Martin Grellmann, Marketingmanager bei der VRKeting GmbH, fragt: „Es wird immer schwieriger alle benötigten Fähigkeiten, die man für erfolgreiches Marketing braucht, selbst abzubilden. Deshalb interessiert mich: Arbeiten Sie im Marketing lieber mit externen Freelancern oder eher mit Agenturen und warum?“

Ich denke, das kommt ganz auf das Thema an: Ich sehe einen Vorteil von Freelancern darin, sie über eine längere Zeit relativ eng an das Unternehmen zu binden. Das kann zu erheblichen Effizienzgewinnen führen, wenn man sich die Arbeit gut aufteilt. Agenturen haben sicher ihre Stärke, wenn ein großer Schub Effektivität gefragt ist, aber man möchte sie sich häufig nicht für jedes Projekt leisten, hat mitunter mit wechselnden Ansprechpartnern zu tun und man gerät schneller wieder in Vergessenheit.

Der Autor:
Andreas Eichner leitet bei Somfy die Marktforschung für den Geschäftsbereich Zentraleuropa. In dieser Funktion beschäftigt er sich mit der Entwicklung im Markt für Sonnenschutz. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bildet das Thema Smart Home.

Das Unternehmen:
Somfy ist Pionier bei Smart-Home-Lösungen und weltweiter Marktführer für die Automatisierung von Rollläden, Sonnenschutz und Toren.

Website: www.somfy.de